Ist Schnaps brennen illegal?

Ist Schnaps brennen illegal?

Natürlich dürfen die gewerblichen Destillerien ihren Schnaps brennen – es liegt auf der Hand, dass es hierbei um das Schnaps brennen im Privathaushalt und zur Eigennutzung geht. Die kurze Antwort ist: Ja – auch schon das Brennen kleinster Mengen Alkohol ist illegal!

An dieser Stelle könnte dieser Blog bereits enden, aber wir wollen trotzdem noch ein bisschen näher auf das Thema eingehen und Fragen beantworten wie: Darf man eine Destille besitzen? Was darf man mit einer privaten Destille herstellen? Was ist der Unterschied zwischen einem Schwarz- und einem Geheimbrenner? Was genau ist strafbar beim Schnapsbrennen? Und was ist eine Brenngenehmigung für Stoffbesitzer?

Was genau ist strafbar beim Schnapsbrennen?

Seit dem 01.01.2018 ist die private Gewinnung von Alkohol durch Destillation verboten. Bis dahin war es Privatleuten erlaubt, kleine Mengen an Alkohol in eigenen Destillerieanlagen zu gewinnen.

Hier greift nun zum einen das Alkoholsteuergesetzt, welches allen privaten Personen (ohne vom Zollamt vergebene Brennlizenz) die Herstellung von Alkohol verbietet. Außerdem verstößt man gegen die Anzeigepflicht, wenn man eine Destillerieanlage mit mehr als 2 Liter Fassungsvermögen besitzt und diese nicht beim  Zollamt meldet.

In Österreich hingegen gibt es noch eine Freigrenze für Privatpersonen: bis zu zwei Liter große Brennkessel dürfen hier zur Alkoholgewinnung genutzt werden.

Was ist der Unterschied zwischen einem Schwarzbrenner und einem Geheimbrenner?

Generell bezeichnet man die illegale, heimliche Herstellung von alkoholischen Destillaten (Spirituosen) als “Schwarzbrennerei”. Es gibt aber noch einen kleinen Unterschied in der Definition.

Schwarzbrenner” besitzen eine offiziell gemeldete Brennerei bzw. Destille, dürfen Schnaps  brennen, produzieren aber mehr, als erlaubt bzw. treten für den schwarz gebrannten Alkohol keine Steuern ab. Es handelt sich hierbei also um Steuerhinterziehung.

Bei einem “Geheimbrenner” findet im Prinzip alles im Verborgenen statt. Er nutzt eine nicht gemeldete und damit illegale Destille. Daher liegt neben der Steuerhinterziehung ein zweiter Delikt vor (unangemeldeter Besitz einer Brennanlage).

Darf man eine Destille besitzen?

Jetzt kommen wir zu dem spannenden Punkt: JA – der Erwerb und Besitz einer privaten Destille-Anlage ist erlaubt! Und ein für viele Hobby-Brenner ist sicherlich dieses kleine Detail interessant: eine Brennanlage bis zu 2 Liter Fassungsvermögen darf man sogar kaufen, ohne dass man diese bei irgendeiner Behörde melden muss. Ergo weiß niemand, dass man im Besitz einer solchen Destille ist und was man damit produziert. Selbstverständlich gibt es  Einschränkungen, was man destillieren darf und Alkohol gehört ja – wie bereits erwähnt nicht dazu.

Was darf man mit der privaten Destille herstellen?

Was macht man denn mit einer Destille, wenn man keinen Alkohol herstellen kann? Ach da gibt es so einiges! Es ist absolut legal, ätherische Öle, Aromen, Wasser und Hydrolate (“Pflanzenwässer”) zu destillieren. Ätherische Öle kann man ja dann auch ganz prima verschenken als Alternative zum Selbstgebrannten!
Möglicherweise entdeckt der ein oder andere Hobby-Brenner hier sein Schlupfloch 😉

Brenngenehmigung für Stoffbesitzer

Es gibt noch eine kleine, sehr beschränkte Möglichkeit für Privatpersonen legal Schnaps zu brennen und zwar mit einer Brenngenehmigung für Stoffbesitzer. Stoffbesitzer sind Personen, die ihre selbstgewonnenen Obststoffe (als Eigentümer, Nießbraucher oder Pächter geerntet) in einer Abfindungsbrennerei brennen lassen dürfen. Die Höchstmenge liegt bei 50 Liter Alkohol im Jahr. Möchte man als Stoffbesitzer eine Brenngenehmigung erlangen, so muss man sich beim Hauptzollamt Stuttgart anmelden. Diese Art von Brenngenehmigung wird größtenteils in Süd- und Südwestdeutschland erteilt.

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