Spirituosen von A bis Z

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Aperitif

Als Aperitif wird in der Regel ein alkoholisches Getränk bezeichnet, das man vor dem Essen konsumiert und welches den Appetit anregen und die Wartezeit verkürzen soll. Geeignet sind diverse Spirituosen (z.B. Wermut, Pastis), Weine, Schaumweine, Bier oder auch kleine Cocktails – sogenannte Shortdrinks (z.B. Campari, Aperol Spritz).

Bierbrand

Eine ausschließlich durch Destillation von frischem Bier gewonnene Spirituose wird als Bierbrand bezeichnet. Das Ergebnis der Destillation muss geschmackliche Merkmale von Bier aufweisen und der Alkoholgehalt sollte mindestens bei 38 Vol.-% – höchstens bei 86 Vol.-% liegen.

Bourbon Whiskey

Bourbon Whiskey ist eine Variante des amerikanischen Whiskeys. Das Destillat muss aus einer Getreidemischung mit mindestens 51 % Mais hergestellt werden. Roggen und Gerste sind in dieser Mischung meistens ebenfalls enthalten. Der Whiskey kann aus den gesamten USA kommen, solange die Richtlinien der Herstellung eingehalten werden. Der Whiskey muss in neuen angekohlten Fässern aus Amerikanischer Weiß-Eiche gelagert werden.

Branntwein

Alle durch Brennen (Destillation) hergestellten Spirituosen und deren Mischungen mit mehr als 15 Vol.% Alkohol können als Branntwein bezeichnet werden. Ursprünglich bezog sich der Begriff Branntwein aber auf den „gebrannten Wein“ – heute als Weinbrand geläufig.

Destille/Destillerie/Destillation

Eine Destille/Destillerie ist die Brennerei – der Produktionsbetrieb für Spirituosen mit den notwendigen Apparaturen um eine Destillation (also den Brennvorgang) durchzuführen. Eine Destillation ist ein thermisches Trennverfahren, um verdampfbare Flüssigkeiten zu gewinnen. Die „einfache Destillation“ durch Erhitzen und Abkühlen beruht auf der Verdampfung und Kondensation flüchtiger Stoffe.

Digestif

Als Gegenstück zum Aperitif wird der Digestif nach einer Mahlzeit getrunken – sprachlich abgeleitet ein sogenannter Verdauungsschnaps. (lat. digestio – Verdauung) Üblich sind Spirituosen wie Korn, Doppelkorn, Grappa oder z.B. Obstbrände.

Doppelkorn

Ein Doppelkorn – auch Edelkorn oder Kornbrand genannt – muss im Gegensatz zu einem Korn einen Alkoholgehalt von mindestens 37,5 Vol.% enthalten.

Fässer

Edelbrände können nicht nur in Edelstahltanks, sondern auch in Holzfässern (Barrique/Eichenfass) zur Reife gebracht werden.  Diese Brände erhalten dadurch ein unverwechselbares Bouquet. Auf schnaps.de verkaufen wir u.a. zwei Hagen Bierbrände, die in einem Holzfass gereift sind.

Feinbrand

Als Feinbrand bezeichnet man den zweiten Brennvorgang, bei dem der aus dem ersten Brennvorgang gewonnene Rauhbrand erneut destilliert wird. Durch langsame Temperaturerhöhung werden drei Abschnitte durchlaufen: Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf. Es ist eine Kunst, diese Vorgänge richtig voneinander abzutrennen, damit zb. nicht die Aromastoffe im Vorlauf bereits verloren werden. Der Feinbrand hat einen höheren Alkoholgehalt, als der Rauhbrand.

Geist

Für einen Geist – oder genauer für Obstgeiste – muss der Maische Alkohol zugesetzt werden, da die verwendeten Früchte zwar viel Aroma besitzen, aber nicht zuckerhaltig genug zum Vergären sind. Den zerkleinerten, aber nicht vergorenen Früchten wird neutraler, hochprozentiger Alkohol zugegeben, welcher die intensiven Aromen aufnimmt. Dieses Frucht-Alkohol-Gemisch wird anschließend destilliert.
In unserem Shop verkaufen wir schmackhafte geistige Getränke wie zB einen Waldhimbeergeist, Orangengeist, Kaffeegeist oder einen Haselnussgeist.

Gin

Traditionell ist Gin eine klare, farblose Spirituose auf der Basis von Getreide oder Melasse. Gewürze wie Koriander oder Wacholderbeeren verleihen ihm sein charakteristisches Aroma. Wichtig: Die Aromatisierung erfolgt nicht nachträglich, sondern während der Destillation. Bei der Gin-Herstellung werden insgesamt aber etwa 120 verschiedene Zutaten und Aromen eingesetzt,  daher gibt es geschmacklich starke Variationen von Hersteller zu Hersteller. Gin ist ein typischer und beliebter Hauptbestandteil vieler Cocktails.

Goldener Schnaps

Wenn der Schnaps mehrere Jahre in alten Cognac-Fässern oder Barriques aus Eichenholz gelagert wird, bekommt er einen leicht goldenen Schimmer. Außerdem verändern die Geschmacksstoffe, die dabei in den Schnaps über gehen, sein Aroma.

Grappa

Einen aus Italien oder der italienischen Schweiz stammenden Tresterbrand nennt man Grappa. Siehe auch „Tresterbrand“.

Herzstück

Den Mittellauf vom Feinbrand – dem zweiten Brennvorgang – nennt man auch Herzstück. Siehe auch „Feinbrand“. Nur das Herzstück des Brandes wird weiter verwertet und es liegt in der Hand des Brennmeisters (und seinem sensorischen Feingefühl), genau diesen Mittellauf abzupassen.

Korn

Die typisch deutsche Spirituose „Korn“ ist ein Brand auf Basis von Getreide. Für die Destillation darf nur Maische aus dem vollen Korn (Weizen, Gerste, Hafer, Roggen oder Buchweizen) verwendet werden. Eine einfache Destillation (Rauhbrand) wäre theoretisch ausreichend (zumindest vor dem Gesetz), für gute Qualität spricht aber nur eine Herstellung mit Feinbrand. Der Mindestalkoholgehalt liegt bei 32 % Vol.

Lagerung

Nach der Herstellung sollte der Schnaps noch lagern, um geschmacklich die richtige Reife zu erlangen. Glas-, Edelstahl- und Steingutbehälter sind geschmacksneutral und eignen sich besonders für klare Schnäpse und Spirituosen mit leicht flüchtigen Aromen (z.B. Beeren- und Steinobstbrände). Die kunstvollste und edelste Lagerung ist die in einem Holzfass (z.B. Eichenfass). Diese Lagerung ist zwar zeitaufwändiger und kostenintensiver, wird aber durch mehrere Effekte belohnt. (Aromatische Veränderungen und goldene Färbung der Spirituose)
Die Dauer der Lagerung muss von Destillat zu Destillat individuell bestimmt werden und ist unter anderem abhängig von dem Alkoholgehalt und den Inhaltsstoffen.

Likör

Der Likör galt Ende des 13. Jahrhunderts noch als Heilmittel. Er wurde nach der Destillation von Pflanzenauszügen mit Honig verfeinert. Heute dient sein Verzehr nicht mehr der Gesundheit, sondern dem Genuss. Liköre sind Spirituosen, welche sich durch eine ausreichend große Zugabe von Zucker auszeichnen (mindestens 100 g Invertzucker pro Liter). Als Crème bezeichnet man besonders süße Liköre.
Kräuterliköre (z.B. Ramazotti oder Löwenthor) werden als Magenbitter gerne zur Erleichterung nach einer üppigen Mahlzeiten konsumiert. Außerdem bilden eine Vielzahl von Likören die Grundlage von leckeren Cocktails.

Maische

Die Rohware, die destilliert werden soll, nennt man Maische. Bei der Herstellung von Obstbränden besteht die Maische aus feinen Obststückchen und dem ausfließenden Most. Dieses Gemisch wird vergoren – Stärke und Zucker werden gelöst und danach gebrannt.

Mittellauf

(siehe auch Herzstück)

Nachlauf

Den letzten Abschnitt des Feinbrandes bezeichnet man als Nachlauf. Dieser enthält sogenannte Fuselöle und hat keinen positiven Effekt mehr für den Feinbrand – die Destillation kann beim Erreichen des Nachlaufes abgebrochen werden.

Obstbrand

Bei einem Obstbrand wird aus der vergorenen Fruchtmaische durch Destillation (Brennen) der Schnaps gewonnen. Diese klare Spirituose darf aber nur als Obstbrand bezeichnet werden, wenn ein paar wichtige, gesetzlich vorgeschriebene Voraussetzungen gegeben sind: ein Edelbrand darf nicht „künstlich“ aromatisiert werden und muss Geschmack und Aroma ausschließlich aus der deklarierten Obstsorte beziehen. (also z.B. Williamsbirnenbrand oder Kirschwasser)
Außerdem dürfen den Obstbränden weder zusätzlich Alkohol beigemischt werden, noch ist es erlaubt das Destillat zu verdünnen. Der Mindestalkoholgehalt von 37,5% vol. muss eingehalten werden.
Ausführliche Informationen zur Herstellung finden Sie auch unter „Qualitätsmerkmale von Bränden„.

Patent-Still-Verfahren

Dank dem Patent-Still-Verfahren ist ein kontinuierlicher Brennvorgang in Brennsäulen aus Kupfer möglich, der sich durch Zeiteinsparung und damit Kostenersparnis auszeichnet.

Pot-Still-Verfahren

Im Gegensatz zum Patent-Still-Verfahren wird die Maische hier in einer Brennblase aus Kupfer erhitzt, welche zwischen den einzelnen Brennvorgängen jedes Mal gründlich gereinigt werden muss. Daher ist dieses Verfahren sehr zeitaufwändig und nicht für die Massenproduktion geeignet.

Rauhbrand

Das Ergebnis sowie den Vorgang des ersten Abbrennens der Maische nennt man Rauhbrand. Mit dem Rauhbrand trennt der Brenner nichtflüchtige und flüchtige Stoffe.

Schnaps

Schnaps ist die eher umgangssprachliche Bezeichnung für Spirituosen. Aus der niederdeutschen Sprache stammend besteht eine Verwandschaft zu dem Wort „schnappen“. Diese Beziehung beruht darauf, dass man Schnaps normalerweise in einem schnellen Schluck aus einem kleinen Glas (Schnapper, Schnabbes, Kurzer) trinken kann.

Schnapsglas

Die Vielfalt der Spirituosen spiegelt sich auch in der großen Asuwahl an Schnapsgläsern wieder, weswegen man hier nicht von „dem einen perfekten Glas“ sprechen kann. Damit die Sensoren in Nase und Mund bestmöglich angesprochen werden, sollte man jedoch auf ein passendes Glas für das entsprechende Destillat achten. Einige Brennerein bringen ihr eigenes, zum Destillat passendes Glas auf den Markt. Weit verbeitet ist z.B. das typische Grappaglas (klein, schmal, tulpenform). Wer einen Bourbon Whiskey bestellt, bekommt diesen mit großer Wahrscheinlichkeit in einem Tumbler serviert – gerades Glas mit dickem Boden.

Spirituose

Eine Spirituose ist laut aktuellem EU-Recht ein alkoholisches Getränk, welches für den menschlichen Verzehr bestimmt ist, besondere sensorische Eigenschaften aufweist und über einen Alkoholgehalt von mindestens 15% Vol. verfügt.  Spirituosen werden durch Brennen (Destillation) von natürlichen, vergorenen pflanzlichen Erzeugnissen gewonnen.

Tresterbrand

Als Tresterbrand oder Tresterschnaps bezeichnet man eine Spirituose, die aus vergorenem Traubentrester destilliert wird. Die Trauben-Trester sind Rückstände der Herstellung von Wein – der Weinmaische. (z.B. Stängel, Schalen, Kerne)
Der Grappa ist ein typischer „Trester“. Hier auf Schnaps.de finden Sie aber auch einen eher außergewöhnlichen Tresterschnaps – den Tresterbrand Sauvignon Blanc.

Trinktemperatur

Es gibt ein paar Empfehlungen bei welcherTemperatur man seine Spirituose genießen sollte: klare Destillate (z.B. ein junger Grappa) können bei Kühlschranktemperatur (8 – 10°C) getrunken werden. Andere Destillate bei Zimmertemperatur und Edelbrände kann man sogar bei 15 – 18° C genießen. Wärmer sollte das Destillat aber nicht sein.

Volumenprozent

Das ist die Maßeinheit für die in alkoholischen Getränken enthaltene Menge an reinem Alkohol. (Vol. %)

Vorlauf

Das zu Beginn der Destillation entstehende Destillat nennt man Vorlauf. Dieser enthält besonders viel von dem für uns schädlichen Methanol sowie andere unverträgliche, leichtflüchtige Substanzen. Der Geruch ist stechend scharf und unangenehm. Das Herzstück (oder Mittellauf), welches den genussfähigen Brand ausmacht, folgt unmittelbar auf den Vorlauf.

Weinbrand

Als Weinbrand bezeichnet man Spirituosen aus einem Weindestillat – die ältesten Spirituosen der Welt.

Whisky

Whisky wurde viele Jahre als „aqua vitae – Wasser des Lebens“ bezeichnet und hat einen langen geschichtlichen Hintergrund. Vereinfacht gesagt handelt es sich hierbei um  eine durch Destillation aus Getreidemaische gewonnene und mindestens drei Jahre im Holzfass gereifte Spirituose. (Ein richtig guter Whisky wird meist viel länger gelagert!) Der Mindestalkoholgehalt liegt bei 40 Vol%. Doch was so kurz beschrieben werden kann, ist heute eine der komplexesten alkoholischen Spezialitäten.